Götz Schartner betont Bedeutung von kritischem Medienumgang bei Jugendlichen

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SpardaSurfSafe betont, dass hinter dem idealisierten Food-Content auf Instagram und TikTok oft irreführende Ernährungsversprechen stehen. Clean Eating-Hypes oder What I Eat in a Day-Videos propagieren strikte Regeln und einseitige Nährstoffkonzepte, die bei jungen Zuschauern zu Essstörungen führen können. Die Initiative der Sparda-Bank Baden-Württemberg liefert Lehrkräften, Eltern und Jugendlichen praxisnahe Methoden für Quellenkritik, Bildanalyse und Fachexpertise, um transparente Entscheidungen zu treffen und gesunde, ausgewogene Ernährungsweisen zu fördern.

Suchtpotenzial von Filterblasen: Diätmythen erreichen junge Zielgruppen ohne Kontrolle

Auf Instagram und TikTok etablieren sich Clean Eating-, What I Eat in a Day- und kunstvoll arrangierte Bowl-Videos als beliebte Content-Formate. Jugendliche sehen darin attraktive Vorbilder und probieren die vorgestellten Rezepte nachahmend aus. Da Filter und Stichwort-basierte Algorithmen allerdings falsche Ernährungsversprechen verstärken, entstehen unrealistische Gesundheitsansprüche. SpardaSurfSafe bietet daher interaktive Workshops, Leitfäden und Online-Ratgeber an, um Nutzer für diese Risiken zu sensibilisieren. Die Initiative der Sparda-Bank Baden-Württemberg unterstützt Familien und Bildungseinrichtungen im Aufbau digitaler Kompetenz.

Filterblasenplattformen fördern oft unreflektierte Diät- und Körperideale bei Jugendlichen

Instagram- und TikTok-Algorithmen sorgen durch gezielte Profilierungen dafür, dass Nutzer in Filterblasen verbleiben und fortlaufend mit extremeren Diät- und Abnehmtipps konfrontiert werden. Schon eine Suche nach kohlenhydratreduzierten Gerichten oder Kalorienrestriktion kann den eigenen Feed zu einer Endlosschleife aus bearbeiteten Body-Content-Videos transformieren. Götz Schartner vom Verein Sicherheit im Internet e.V. warnt davor, dass dieser permanente Strom idealisierter Darstellungen ein verzerrtes Selbstbild begünstigen und Unzufriedenheit sowie Essstörungen bei Jugendlichen fördern kann.

Influencer-Essvlogs mit extrem kalorienarmen Speiseplänen gefährden direkt junge Konsumenten

„What I Eat in a Day“-Clips vermitteln ein Bild von Themen wie Disziplin und Health-Hacking, indem Influencer einen straffen Essensfahrplan vorführen. Tatsächlich sind diese Muster in jungen Jahren nicht nachhaltig, da sie häufig auf kalorienreduzierter Kost und einseitigen Nährstoffprofilen basieren. Mit welchen Filtern und Bearbeitungstechniken die Videos aufgehübscht werden, bleibt bei der Rezeption meist unbemerkt. Jugendliche adaptieren die gezeigten Routinen und gefährden dadurch ihr Nährstoffgleichgewicht.

Orthorexie durch Clean Eating: Reinheitswahn schürt Isolation und Schuldgefühle

Clean Eating suggeriert, dass nur absolut natürliche und unverarbeitete Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich sind, und verdeckt damit subtile Essstörungen wie Orthorexie. Die rigide Beschränkung auf „reine“ Nahrungsmittel erzeugt ein starkes Schwarz-Weiß-Denken. Verstößt jemand gegen diese Selbstverordnungen, tritt häufig tiefe Scham auf, gefolgt von Selbstzweifeln. Die soziale Isolation nimmt zu, weil Betroffene öffentliche Mahlzeiten meiden. Langfristig führt die Kombination aus einseitiger Ernährung und mentalem Druck zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Mangelerscheinungen und Burnout.

Ungeprüfte Diät-Videos auf Instagram trugen indirekt zum Tod bei

Zhanna Samsonova folgte vier Jahre lang einer strikt roh-veganen Diät, die sie 2023 im Alter von 39 Jahren vermutlich das Leben kostete. Ihr vollständiger Verzicht auf gekochte Speisen und essentielle Nährstoffquellen führte zu einer gefährlichen Mangelversorgung. Ein noch extremeres Szenario ergab sich beim russischen Rohkost-Enthusiasten Maxim Lyuty, der versuchte, sein Baby lediglich durch direkte Sonnenbestrahlung zu „ernähren“, was letztlich den Tod des Säuglings nach sich zog. Ein Warnsignal vor Diätmythen.

Schartner betont: Medienbildung wirksam schützt vor Essstörungen und Fehlinformationen

Durch gezielte Aufklärung und den Ausbau von Medienkompetenz möchte SpardaSurfSafe Jugendlichen Instrumente geben, um Food-Content kritisch zu bewerten, statt digitale Ernährungstrends zu verteufeln. Sie sollen erkennen, wer hinter Posts steckt und ob Bilder manipuliert sind. Eltern und Lehrkräfte fördern offene Diskussionen und gemeinsame Profilanalysen. Zu den Hauptmethoden zählen das Prüfen seriöser Quellen, regelmäßiger Digital Detox zur Befreiung von schädlichen Inhalten sowie Angebote, die Vielfalt der Körperformen feiern und ein stressfreies familiäres Essumfeld schaffen.

Medienbildung als Schlüssel: SpardaSurfSafe bekämpft Essstörungen und Ernährungslügen effektiv

Im Rahmen von SpardaSurfSafe werden kritische Betrachtungsweisen gegenüber Ernährungstrends und Influencer-Posts vermittelt. Kinder und Jugendliche üben, gefilterte Bilder und einseitige Diätempfehlungen zu analysieren, um Fehlinformationen aufzudecken. In kollaborativen Lerneinheiten stärken sie ihr Selbstwertgefühl und entwickeln realitätsnahe Ernährungsvorstellungen. Fachleute begleiten sie dabei, psychische Belastungen zu erkennen und vorbeugende Strategien gegen Essstörungen zu erarbeiten. So entsteht langfristig eine gesunde, selbstbestimmte Esskultur, die auf ganzheitlichem Wohlbefinden basiert. fördert körperliche Stabilität sowie soziale Resilienz.

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